Bordelektrik – Zulässige Verbindungen an Bord und im Camper Teil II

In Booten und auch in Camper-Vans und anderen Campingfahrzeugen sind bestimte Vorschriften zu beachten, damit die Elektrik von der Solarpaneele bis zum Ladegerät für die Verbraucherbatterien nicht nur zuverlässig funktioniert, sondern auch Insassen und Fahrzeuge keinen Schaden nehmen. Definiert werden die Vorschriften in den jeweiligen DIN- EN ISO- Normen. Diese Vorschriften werden regelmäßig aktualisiert und sind nicht nur von schlauen Elektrikern ausgedacht, sonden basieren auch auf diversen Untersuchungen von Schadensereignissen (z.B. Brände oder auch Personenschäden). Die Vorschriften sollte man also in jedem Fall beachten, da sie sinnvoll und gut durchdacht niedergeschrieben wurden.

Heute wollen wir auf ein kleines Thema in Bezug auf diese Vorschriften eingehen, welches gleichzeitig auch fast schon die größte Gefahr für Kabelbrände, Übergangswiderstände und andere Haarsträubende Probleme in der elektrischen Anlage an Bord darstellt. Es geht um die elektrischen Verbindungen, also um die Verbindungen zwischen den einzelnen Kabeln im System, zu den Verbrauchern und Verteilern im Fahrzeug oder Boot.

Zunächst muss man mal ganz klar sagen, dass es bei diesem komplexen Thema kein „Das muss immer so“, sonder immer nur ein „Im Einzelfall das Sinnsvollste…“ geben kann. Jede Verbindungsart ist für einen bestimmten Anwendungszweck am besten geeignet. Wo die Vor- und Nachteile einer jeden Verbindung liegen, möchten wir kurz und knackig beschreiben.

Lötverbinder

Eine Möglichkeit, zwei Kabelenden wasserdicht und korrosionsgeschützt zu verbinden sind soganannte Lötverbinder. Diese werden häufig für Verbindungen genutzt, welche keinen großen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Die Verbindung ist zum Beispiel gut geeignet für die Endverbindung von Verbrauchern im Innenraum, bei denen die Verkabelung geschützt vor mechanischen Einflüssen, z.B. Druck und Zug hinter einer Holzverkleidung sitzt, wie es oft bei Lampen der Fall ist. Bei diesen Bauteilen lohnt es sich, auf Qualitätsprodukte zurückzugreifen. Billige Produkte haben oft zu wenig Lötzinn, um die Verbindung haltbar und den Kontakt sicher zu machen.

Diese Lötverbinder haben wir mit positiven Ergebnissen bereits verwendet.

Lötverbinder- wasserdicht, aber nicht besonders belastbar
Lötverbinder – wasserdicht, aber nicht besonders belastbar!

Haltbar wird diese Verbindung durch das flüssige Zinn im Inneren der Verbindung und durch den verwendeten Innenkleber (im Bild blau). Die Enden der Verbinder schrumpfen beim Erwärmen zusammen und schließen schlussendlich mit dem Kabel sauber und Wasserdicht ab.

Der Vorteil ist, dass man lediglich einen guten Heißluftfön für diese Verbindung benötigt. Von der Erhitzung der Verbindung mit Feuerzeugen raten wir eher ab, da die Hitzeeinwirkug damit nicht gut verteilt werden kann. Außerdem sorgt der niederschlagende Ruß dafür, dass man den Lötprozess im Inneren nicht mehr gut beobachten kann. Die Beobachtung ist aber aber wichtig, da die Verbindung erst korrekt ist, wenn der Ring aus Lötzinn im Inneren gut verlaufen ist.

Pressverbinder

Gute Pressverbinder oder auch Stoßverbider mit Schrupfschlauch sind ähnlich kompakt wie die Lötverbinder und schließen bei korrekter Handhabung ebenfalls die Verbindung wasserdicht und korrosionsgeschützt ein. Sie haben jedoch den klaren Vorteil, dass die Verbindung durch die Pressung deutlich weniger anfällig für mechanische Belastungen in form von Druck und Zug ist.

Stoßverbinder - Wasserdicht und deutlich belastbarer als Lötverbinder
Stoßverbinder – Wasserdicht und deutlich belastbarer als Lötverbinder
Stoßverbinder - nach korrekter Pressung und Erhitzung zusätzlich durch den Innenkleber fixiert und abgedichtet
Stoßverbinder – nach korrekter Pressung und Erhitzung zusätzlich durch den Innenkleber fixiert und abgedichtet

Für die Pressung benötigen wir natürlich wieder eine gute Crimpzange und wieder den Heißluftfön. Die Zange im Link kostet nicht viel und leistet uns seit Jahren gute Dienste.

Fortsetzung folgt…

Wenn ihr mehr zu dem Thema erfahren wollt, folgt uns auf Youtube/ Instagram/ Facebook oder besucht einfach unseren Bordelektrik-Kurs! Dort lernt ihr alles, was man als Eigner / Eignerin über die Elektrik an Bord wissen und können sollte.

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