Tipps und Tricks für eine schwere Entscheidung
Bei der Auswahl und Zusammenstellung des Bordwerkzeuges sollte man das Mittelmaß zwischen „so viel wie nötig“ und „so wenig wie möglich“ finden.
Das hört sich wie eine Phrase an, ist aber im Kern unsere Erkenntnis nach den ersten Jahren an Bord. Wie wir nun das richtige Werkzeug ausgewählt haben und welches Werkzeug wir gekauft haben, erklären wir euch hier.
Vor der Auswahl der Werkzeue haben wir uns zunächst folgende Fragen gestellt:
1. Was können für dringende Schäden auf einer Tour anfallen?
2. Was brauche ich dann zur Reparatur für Werkzeuge?
3. Gibt es Werkzeuge, die mehrere Funktionen erfüllen?
4. Wie komfortabel möchte ich arbeiten können?
Unsere Antworten:
Mit hoher Wahrscheinlichkeit können Schäden am Motor, am GFK, am Holz und am Rigg auftreten
Es gibt richtig gute Werkzeuge, die mehrere Funktionen erfüllen und Platz bzw. Gewicht sparen. Mit Improvisationsvermögen und einem guten Werkzeugkasten werden sogar viele teure Spezialwerkzeuge überflüssig.
„Oft ist es besser, in die eigenen Fähigkeiten, als in teure Gadgets zu investieren„
Um diese Fähigkeiten zu fördern könnt ihr z.B. unsere Kurse buchen.
Bei der Qualität des Werkzeuges würde ich allerdigs auch nicht zu sehr sparen. Denn wenn bei großen Schäden der Mors (Norddeutsch für: „Hintern“) auf Grundeis geht, ist jede Erleichterung sehr hilfreich. Dann kann man billiges Werkzeug gar nicht mehr gebrauchen. Das gute Mittelmaß ist hier von uns Empfohlen
Werkzeugkasten, Werkzeugtasche oder Werkzeugkiste?
Wer schon mal auf einem Boot war, der wird sicher die vielen runden und unregelmäßigen Formen im Innenraum bemerkt haben. Ein Boot ist an den wenigsten Stellen gerade. Kaum ein Schapp oder eine Backskiste ist richtig Quaderförmig oder besitzt einen flachen Boden. Außerdem wird schnell bei ein paar heftigen Brechern das Reisegepäck im Boot ein wenig umhergeworfen, wenn es nicht formschlüssig verpackt oder verzurrt ist.
Es kann daher sinnvoll sein, das Werkzeug in flexiblen, weichen Taschen zu verstauen. Hartschalenkoffer neigen zu sehr zum Brechen und passen sich der Bootsform kaum an. Bei unserer Werkzeugtasche haben wir auf jeden Fall gute Erfahrungen gemacht. Diese muss auch nicht mühsam aufgeräumt oder geordnet werden, um einen Überblick über das Werkzeug zu haben.


Hier eine Empfehlung für 3 ähnliche, flexible Werkzeugtaschen:
Wer an Bord natürlich einen geeigneten Platz für einen kleinen Werkzeugkoffer hat, der kann natürlich genauso gut einen Koffer nutzen. Der Vorteil ist hier ganz klar die bessere Übersicht.

Hier unsere wärmste Empfehlung für einen bereits sehr umfangreichen Werkzeugkoffer, mit dem ihr nahezu alle Reparaturen an Bord bewältigen könnt:
Mechaniker- Werkzeug
Das kleine Mechaniker- Besteck ist sicherlich das wichtigste Werkzeug an Bord. Egal ob am Motor, am Rigg, an Beschlägen oder anderen Schraubverbindungen finden wir an unseren Booten Schrauben ohne Ende in verschiedensten Größen. Hier lohnt es sich, in einen kleinen, übersichtlichen Steckschlüsselsatz und einen Satz Maulgabelschlüssel zu investieren. Im Steckschlüsselsatz sollte auch schon ein Satz Bit- Aufsätze mit entsprechendem Adapter vorhanden sein. Mit diesen Werkzeugen lassen sich bereits fast alle verschraubten Teile lösen.

Hier einmal unsere Empfehlung für einen Steckschlüsselsatz in vernünftiger Qualität und nahezu perfektem Umfang:
Außerdem haben wir immer noch ein paar normale Schraubendreher dabei. Wenn eine Schraube tief in ein Loch gesenkt worden ist, kommt man mit dem Bit-Set hier nämlich nicht mehr weiter.
Hier findet ihr einen Satz in sehr guter Qualität

Das „Multitool“ schlechthin ist für mich meine Schlüsselzange. Mit dieser Zange könnte ich theoretisch meinen kompletten Gabelschlüsselsatz ersetzen. Sie lässt sich nämlich auf alle Schlüsselweiten einstellen und packt dabei auch noch richtig fest zu. Ein durchrutschen am Schraubenkopf ist damit kaum möglich. Das schont geschundene Mechaniker-Knöchel und natürlich auch die Schraubenköpfe. Die Zange ist mein liebstes Alltagswerkzeug für kleinere Reparaturen, wenn ich mal nicht den ganzen Werkzeugsatz heraussuchen möchte. Sie liegt eigentlich immer Griffbereit in einer Küchenschublade.
Hier findet ihr den Link zum Zangenschlüssel:
schneiden, sägen, schleifen, bohren
Egal, ob mit GFK, Holz, Metall oder sonstigem Material. Schneiden, sägen, feilen und bohren muss man eigentlich fast immer.
Zum Schneiden haben wir uns eine große Tapezierschere gekauft. Die ist groß, günstig, scharf und lässt sich wunderbar zum Schneiden von Teppich, PVC, Glasfaser- Matten oder Stoff verwenden.
Hier findet ihr günstige Scheren in verschiedenen Größen:
Um Holz, oder GFK zu sägen, haben wir eine kleine Klappsäge mit nicht zu dickem Sägeblatt im Werkzeugsatz. Ich würde euch raten, auf einen guten Schliff des Sägeblattes zu achten. Sehr saubere und mühelose Schnitte bekommt man mit einem sogenannten Japan-Schliff hin.
Hier nutzen wir die folgende Säge:
Eine kleine Eisensäge mit feiner Zahnung haben wir auch immer an Bord, um Metallteile zu kürzen oder kleinere Kunststoffteile zu bearbeiten.

Bei uns ist an Bord diese Säge im Einsatz:
Für Schleif- Arbeiten haben wir immer ein paar Stücke Schleifpapier in unterschiedlicher Körnung und eine einfache Feile für Metallbearbeitung dabei.
Beim Thema Bohren ist die Qualität besonders Entscheidend. Das schöne ist, dass wir mit einem hochwertigen Metallbohrersatz problemlos auch in Holz perfekte Bohrungen machen können. Weil uns neben der Qualität auch die Abstufung in 0.5mm- Schritten wichtig ist, haben wir diesen Satz im Einsatz:
. Für größere Löcher nutzen wir einen praktischen Stufenbohrer, der sehr viele Bohrlochgrößen in einem Werkzeug vereint.
Stufenbohrer:

Für größere Durchmesser und besonders saubere löcher, die auf den letzten Millimeter passen müssen, sind solche hochwertigen Kreisschneider eine sehr schöne und einfache Lösung:
Strom
Die elektrische Anlage an Bord älterer Yachten birgt immer wieder einige Überraschungen. Ich kann euch sehr empfehlen, euch ein sogenanntes Multimeter zu besorgen. Hiermit kann man auch im Kabelsalat den Anfang und das Ende eines Kabels finden, die Spannung (z.B. der Batterie oder der Lichtmaschine, Widerstände, und Stromstärken messen. Dafür wird nur ein ganz rudimentäres Grundwissen über Strom benötigt. Wer in dem Thema auf jeden Fall sattelfest werden möchte, dem empfehlen wir unseren Bordelektrik- Kurs.
Ein gutes Multimeter mit den wichtigsten Funktionen ist nicht unbedingt teuer:
Wer auch direkt und ohne Demontage die Stromstärke im Kabel messen möchte, ist mit einem solchen Gerät gut beraten:
Akkuschrauber
Als wichtigsten Komfortgewinn empfinde ich unseren Akkuschrauber an Bord. Er kann mit den entsprechenden Aufsätzen zum Bohren, schrauben, senken, schleifen, Bürsten und sogar zum Polieren von GFK benutzt werden und macht viele Arbeiten deutlich einfacher. Entsprechende Aufsätze gibt es im Zubehörhandel zu kaufen. Ein Modell mit 12 V Betriebsspannung reicht meiner Meinung nach für den Haus- ( Bord-) gebrauch völlig aus. Ich nutze meine beiden Schrauber seit etlichen Jahren regelmäßig für alle möglichen, handwerklichen Tätigkeiten. Sie waren mit ihren 12 Volt bisher immer kräftig genug. Einen Ersatz-Akku sollte man sich definitiv zulegen, falls er nicht schon beim Kauf inklusive ist.

Wir nutzen diese kompakten und hochwertigen Schlagbohrschrauber seit etlichen Jahren mit positiven Erfahrungen:
Dichtungen/ Dichtmittel
Dichtungen finden wir an Bord eine ganze Menge. Am Motor finden sich davon bereits ein Großteil. Die Papierdichtungen am Motor lassen sich wirklich effektiv und gut durch ein hochwertiges Dichtmittel ersetzen. Damit schwitzt der Motor dann auch garantiert über viele Jahre kein Öl mehr durch die Ölwannendichtung aus.

Ich bin allerdings kein Freund von diesen silikonartigen Dichtmitteln, die den Motor verunstalten und am Ende vielleicht noch mit irgendwelchen abgerissenen Popeln die Ölleitungen verstopfen. Hierfür gibt es aus dem Profi- Bereich eine viel bessere Lösung. Diesses Mittel härtet nur unter Druck und Sauerstoffausschluss aus und bildet daher eine ideale Abdichtung ohne überschüssiges Material am Rand:
… die Liste wächst stetig und wird ständig aktualisiert. Also bleibt auf dem laufenden und lasst euch über neue Beiträge per Email informieren!
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